Beim Wärmebildern beinhaltet eine präzise Fokussierung einiges mehr als nur die Deutlichkeit des Bildes. Es geht um den Unterschied zwischen dem Auffinden und dem Übersehen eines Problems. Wenn Ihr Bild unscharf ist, sind Ihre Temperaturmessungen mit Sicherheit nicht korrekt. Dann kann alles gut aussehen, obwohl Sie in Wirklichkeit kurz vor schwerwiegenden Problemen stehen. Deshalb ist es sehr wichtig, scharfe Wärmebilder aufzunehmen, denn Sie können die Fokussierung bei der Bearbeitung nicht einfach nachträglich anpassen.

Eine Wärmebildkamera Ti400 überwacht einen Motor

Achten Sie bei der Auswertung einer Wärmebildkamera besonders auf die Art der Fokussierung und stellen Sie sicher, dass diese für Ihre Anwendungen und Ihre Qualifikationsstufe geeignet ist. Nachfolgend sind die gängigsten Arten von Fokussiersystemen aufgelistet:

  • Feste Brennweite: Kameras mit festem Fokus werden auch als Kameras zum „Anvisieren und Abdrücken“ (point and shoot) bezeichnet und haben in der Regel eine relativ geringe Auflösung. Sie werden für Messobjekte eingesetzt, die sich etwa einen halben Meter oder weiter entfernt befinden. Sie können diese Modelle für die Fehlersuche bei Anwendungen vor Ort einsetzen, z. B. für die Überprüfung auf Luftlecke, überhitzte Lager oder lose oder korrodierte Leitungen.
  • Manuelle Scharfstellung: Mithilfe einer Kamera mit manueller Scharfstellung können Sie Messobjekte bis zu einer Nähe von 15 cm präzise fokussieren und zudem scharfe Bilder und genaue Resultate aus größerer Entfernung erzielen. Als erfahrener Thermograf bevorzugen Sie vielleicht die Möglichkeit zur manuellen Scharfstellung, damit Sie jedes Bild präziser fokussieren können, auch wenn der Zeitaufwand dabei höher ist als beim Autofokus.
  • Autofokus: Durch die Verwendung einer Kamera mit Autofokus sparen Sie auf jeden Fall Zeit, doch abhängig vom Typ des Autofokus müssen Sie eventuell trotzdem manuelle Einstellungen vornehmen. Oft befinden sich in einem Sichtfeld mehrere Messobjekte und einige Autofokussysteme wählen womöglich nicht das Messobjekt aus, welches Sie angedacht hatten. Wenn das passiert, können Sie ganz einfach zur manuellen Scharfstellung wechseln und den Fokus auf das von Ihnen angedachte Messobjekt einstellen.
  • Lasergestützter Autofokus: Durch das Hinzufügen eines Laserentfernungsmessers zu Ihrem Autofokussystem können Sie sich genau auf das Messobjekt konzentrieren, an dem Sie interessiert sind. Der Entfernungsmesser berechnet die tatsächliche Entfernung zum Messobjekt und zeigt diese auf dem Bildschirm an, sodass der Fokussiermotor dieses Objekt mit bestmöglicher Bildschärfe einstellen kann.
  • Multifokale Bildaufnahme: Einige Kameras nehmen innerhalb des Sichtfelds mehrere Bilder auf, in denen Objekte in der Nähe und in der Ferne fokussiert werden, speichern diese und kombinieren sie unter Verwendung spezieller Algorithmen automatisch zu einem einzigen Bild. Auf diese Weise erhalten Sie in einem einzigen Bild sowohl in geringer als auch in großer Entfernung scharfe Objekte.